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Vernissage der deutsch-chinesischen Kunstausstellung „Mit anderen Augen – Dialog braucht Begegnung“ im Chinesischen Kulturzentrum Berlin
Im Chinesischen Kulturzentrum Berlin wurde am Mittwoch, den 18. März 2026 die Ausstellung „Mit anderen Augen – Dialog braucht Begegnung“ eröffnet. Mehr als 20 Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und China präsentierten ihre Werke vor über 150 Gästen aus der Kunst- und Kulturbranche sowie weiteren gesellschaftlichen Bereichen.
Die Ausstellung ist das Ergebnis eines mehrjährigen Austauschprogramms. Zwischen 2023 und 2025 reisten die Kunstschaffenden mehrfach in das südwestchinesische Autonome Gebiet Guangxi der Zhuang. Besuche von Dörfern ethnischer Minderheiten, Teeplantagen, Hochschulen und Museen sowie intensiver Austausch mit den Menschen vor Ort prägten ihr Verständnis und formten ihre Eindrücke.
Auf dieser Grundlage entstanden vielfältige Arbeiten, darunter Gemälde, Fotografien und Keramik, aber auch Kunst in filmischer und plastischer Form. Inhaltlich kreisen die Werke um die Themen Landschaft, Raum, kulturelle Erinnerung sowie das Verhältnis von Mensch und Umwelt. Dabei spiegeln sie die individuellen Perspektiven der Künstlerinnen und Künstler wider und zeigen, wie unterschiedlich Eindrücke aus jeweils anderen kulturellen Kontexten verarbeitet werden können.
Der Vizedirektor des Chinesischen Kulturzentrums Berlin, He Wenbo, betonte in seiner Eröffnungsrede die verbindende Kraft der Kunst. Die Ausstellung verstehe sich als Ausdruck eines Perspektivwechsels und lade dazu ein, das Verhältnis von Natur, Stadt und menschlicher Kultur immer wieder neu zu betrachten.
Besonders ist, dass es sich um eine der ersten Ausstellungen seit Jahren im Chinesischen Kulturzentrum Berlin handelt, in der deutsche Künstlerinnen und Künstler im Brennpunkt stehen und in der zeitgenössische Kunst präsentiert wird. Dies unterstreicht, dass sich Traditionen überall auf der Welt weiterentwickeln und auch aktuelle künstlerische Positionen aus beiden Ländern zunehmend in den Fokus rücken und auf Interesse stoßen.
Kuratiert wurde die Ausstellung von Huang Ping, Vereinsvorsitzende der Guangxi General Chamber of Commerce in European Union, die in ihrem Grußwort die Entstehung des Projekts nachzeichnete sowie von Ila Wingen, die in ihrer Ansprache auf mitreißende Weise große Überzeugung von der Sinnhaftigkeit des Projekts sowie von Herzen kommende Leidenschaft für Kunst und den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und China transportierte. Sie wählte den treffenden Ausdruck, die Werke seien „Reisebilder“ in einer großzügigen Formulierung des Wortes.
Zum Ende des Auftakts überraschten die Künstlerinnen und Künstler mit einer spontanen Gesangseinlage auf der Bühne – eine zunächst unscheinbare Darbietung, die jedoch ihre Verbundenheit und enge Zusammenarbeit unverkennbar zum Ausdruck brachte. Mit den entsprechenden Gesichtern vor Augen hatten die Besucher anschließend die Gelegenheit, auf der Ausstellungsfläche auf die Künstlerinnen und Künstlern zuzugehen und mit Ihnen über ihre Werke zu sprechen.
Der Besucher Max Mahal ist mit einem der Künstler befreundet, doch auch persönliche Erfahrungen zogen ihn zur Ausstellung. Nachdem er 2018 selbst Südchina bereist hatte, interessierte er sich fortwährend für chinesische Kultur. Er betonte, das reine Sich-Einlassen auf die Kunst und ihr Medium sei bereits der Schlüssel, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen sowie Verständnis für die andere Kultur zu erlangen. Besonders gefallen habe ihm die Vielfalt der ausgestellten Werke, die in ihrer Gesamtheit ein einzigartiges Gefühl kreieren. Ein einzelnes Bild sei hierzu nicht in der Lage.
Die kunstbegeisterte Mila Bollansee betrachtete den Aspekt des gegenseitigen Verständnisses durch Kunst aus einer Makroperspektive. Als jemand, der professionell mit Kunst zu tun hat und selbst schon viele Jahre in Chinas Kunstszene aktiv war, kenne sie die großen Namen der Kunst in China persönlich und wisse, wie wichtig Ausstellungen wie diese als Orte des Kennenlernens, Sich-Austauschens und gegenseitigen Verstehens seien. Sie betonte, dass chinesische Künstler in Deutschland noch unterrepräsentiert seien und wünsche sich, dass in Berlin mehr Räume für chinesische Kunst geschaffen werden können.
Die Ausstellung ist noch bis zum 10. April im Chinesischen Kulturzentrum Berlin zu sehen. Begleitend finden mehrere öffentliche Veranstaltungen statt: Am 24. März und 1. April von 15-17 Uhr wird jeweils eine Führung mit Artist Talk angeboten, zudem ist für den 28. März von 14-17 Uhr in der Ausstellung ein Workshop mit dem Titel „Linien in Bewegung“ geplant. Für den Workshop ist eine Anmeldung per E-Mail erforderlich (formlos an info@c-k-b.eu). Für die Führungen ist keine Anmeldung nötig. Beide Veranstaltungen sind kostenlos.
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