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Wie wir Chinas Entwicklung besser verstehen können – Ein Gespräch mit Dr. Harvey Dzodin

Am Montag, den 27. April 2026, begrüßte das Chinesische Kulturzentrum Berlin den US-amerikanischen Autor und Medienexperten Dr. Harvey Dzodin zu einer weiteren Ausgabe des Kultursalons, in dem er sein 2026 erschienenes Buch „Dreaming Dragons or Meddlesome Mandarins: A Journey Together to Uncover China’s Soul“ vorstellte.

Als jemand, der schon als Vizepräsident von ABC Television in New York sowie als juristischer Berater für den ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter tätig war, und zuletzt auch im Büro der Vereinten Nationen in Wien arbeitete, brachte Dr. Dzodin fundierte, multiperspektivische Kenntnisse aus Medien und Politik mit.

Es gelang ihm innerhalb kurzer Zeit nicht nur sein Buch zu präsentieren, sondern vielmehr, anschaulich die wichtigsten Dimensionen der Entwicklung Chinas der letzten zwei Jahrhunderte nachzuzeichnen. Im Mittelpunkt stand auch die Frage, warum der Westen China oft skeptisch betrachtet und wie China im Westen besser verstanden werden kann.

So gelang es der VR China von einer Armutsrate von über 80% im Jahre 1980 in nur vierzig Jahren die komplette Beendigung der extremen Armut zu erreichen, sowie von ihrer Gründung im Jahre 1949 bis heute auch die durchschnittliche Lebenserwartung beinahe zu verdoppeln - Tendenz steigend. Und was viele auch nicht wissen: China war bis ins 19. Jahrhundert das Land mit dem größten BIP der Welt – und ist auf dem Kurs, es wieder zu werden.

Das Chinesische Kulturzentrum versteht sich als Plattform, um durch Austausch Vorurteile abzubauen und gegenseitiges Lernen und Vertrauen zu stärken. Dieses Ziel spielt auch bei Dr. Dzodin eine zentrale Rolle. Nach seiner Präsentation war genügend Zeit für Fragen und Austausch. Viele Beiträge kreisten um die Frage, warum das Verständnis für China im Westen oft begrenzt sei und wie ein konstruktiverer Dialog gelingen könne. Die Diskussion setzte sich anschließend in entspannter Atmosphäre bei Wein und kleinen Speisen fort.

Mit verblüffender Bescheidenheit betonte Dr. Dzodin, es genüge bereits das Beiwohnen seines Vortrags, um die entscheidenden Denkanstöße zu erhalten. Eine Lektüre seines Buches sei letztendlich überhaupt nicht nötig. Nichtsdestotrotz war dem Publikum klar: Bei Chinas Gesellschaft, Geschichte und Kultur tappen nach wie vor die meisten Deutschen kläglich im Dunkeln. Daher ist es eine enorme Bereicherung, eine solche differenzierte, zugängliche Perspektive durch einen westlichen Experten kennenzulernen.

Es ist schön, dass wir die Stimme eines Chinaexperten hören konnten, der den Aufstieg Chinas persönlich über so viele Jahrzehnte verfolgt hat und dem Publikum zeigen kann, was ein diversifiziertes, globales Chinabild heute bedeutet.




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